Ein Jugendfördergesetz für Berlin – Beteiligung junger Menschen sichern

Auf Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses gibt es bis Ende 2018 zum ersten Mal ein Berliner Jugendfördergesetz. Zukünftig soll dadurch die Grundlage für eine bedarfsgerechte Planung und Finanzierung in der Kinder- und Jugendarbeit gesichert werden.

Was geschah bisher?
Seit letztem Jahr arbeiten verschiedene Expert/innen an diesem neuen Gesetz. Außerdem wurde eine Befragung von jungen Menschen zur Kinder und Jugendarbeit in 2017 durchgeführt. Diese Befragung lief parallel zur U18-Wahl. Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere daran. Einen Zwischenbericht könnt ihr hier nachlesen.

Das Beteiligungsprojekt „Ein Jugendfördergesetz für Berlin – Beteiligung junger Menschen sichern“
Im nächsten Schritt waren junge Menschen im Alter von 14-24 Jahren eingeladen, sich in der Zeit vom 24.2.-17.3.2018 zu beteiligen. Ein Baustein des zukünftigen Jugendfördergesetzes werden die „Kinder- und Jugendförderpläne“ sein. An der Entstehung dieser Kinder- und Jugendförderplänen sollen junge Menschen zukünftig ebenfalls mitwirken und sicherstellen, dass die Berliner Kinder- und Jugendarbeit im Interesse junger Berliner Menschen weiterentwickelt und die Meinung von Kindern und Jugendlichen dabei berücksichtigt wird. Und eure Aufgabe war es, Rahmenbedingungen dafür zu benennen.

Wie konntest Du dich an diesem Projekt beteiligen?
Wenn Du zwischen 14 und 24 Jahre alt warst, gab es vier Möglichkeiten dich zu beteiligen:
Beim Auftakttreffen am 24.2.2018 im BVV Saal im Rathaus Mitte, sowie an den Runden Tischen zum Austauschen und Erarbeiten von Beteiligungsideen am 3. März 2018 und 10. März 2018. Bei der Abschlussveranstaltung am 17.3.2018 wurden eure Ergebnisse an die Staatssekretär, Frau Klebba (Senatsverwaltung für Jugend) und an June Tomiak (Abgeordnete derGrünen/Bündnis 90) im Bürgersaal des Rahthaus Charlottenburg übergeben.

Und das waren eure erarbeiteten zentralen Forderungen:

  • Beteiligung ist gewollt und wird unterstützt – eine Partizipationskultur entsteht
  • Beteiligung muss allen Kindern und Jugendlichen möglich sein
  • Es gibt Klarheit über Entscheidungsspielräume
  • Kinder und Jugendliche wählen für sie relevante Themen aus
  • Es werden ausreichende Ressourcen zur Stärkung der Selbstorganisationsfähigkeit zur Verfügung gestellt
  • Es werden Netzwerke für Beteiligung aufgebaut

Ein Kurzdarstellung des Projekts und ausführliche Darstellung der Ergebnisse findet ihr hier.

Vielen Dank an unseren Projektpartner jup!, der zu unserem Projekt auch einen Film mit unseren Teilnehmer/innen gedreht hat.

JuFöG-Abschluss

Abschlussveranstaltung am 17.3.2018 mit Frau Klebba (Staatssekretärin Jugend), June Tomiak (Bündnis 90/Die Grünen) und den Projektteilnehmer/innen

Das Projekt wurde gefördert über den Jugenddemokratiefonds stark-gemacht.de

Hintergrundinformationen für euch:

Was ist ein Jugendfördergesetz?
Ein Jugendfördergesetz regelt wie die Vorgaben im § 11 SGB VIII Jugendarbeit (hier der Gesetzestext) erfüllt werden sollen. Dabei geht es um konkrete Angebote für Kinder und Jugendliche für die Freizeit, zur Beratung und zur Beteiligung.

Warum bekommt Berlin ein Jugendfördergesetz?
Kurz gesagt: Berlin ist eine wachsende Stadt. D.h. es gibt auch immer mehr Kinder und Jugendliche hier. Deswegen ist es notwendig, dass es mehr Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. Zum einen braucht man mehr Orte für junge Menschen, zum anderen mehr Fachkräfte und zu guter Letzt soll es eine qualitätsvolle Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche geben. Das kostet Geld und dieses Geld muss bereitgestellt werden. Das alles soll und wird ein Jugendfördergesetz für Berlin ermöglichen. – Wer mehr wissen möchte, kann hier weiter lesen. –

Den Anstoß gaben verschiedene Verbände im Rahmen der Koalitionsverhandlung 2016: Offener Brief
So lautete der Antrag im Abgeordnetenhaus: Drucksache D18/0246
Das sagte June Tomiak von den Grünen im Abgeordnetenhaus im April 2017 dazu.

Was ist/sind ein Jugendförderplan/Jugendförderpläne?
Jugendförderpläne schreiben für eine bestimmten Zeitraum vor, was eine Stadt wie tun muss, damit Kinder und Jugendliche ihr Freizeit gestalten, zur Beratung gehen und sich beteiligen können. Es ist eine Art Masterplan, der dafür sorgt, dass es Orte für junge Menschen gibt, ausreichend Fachkräfte da sind und der eine qualitätsvolle Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche garantiert.

Beispiele aus anderen Städten
Das ist die Grundlage für die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (NRW): Kinder- und Jugendförderungsgesetz NRW Und das schreibt Nordrhein-Westfalen zum Thema Jugendförderpläne vor: § 9 Kinder- und Jugendförderplan des Landes und § 6 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

So sieht der Jugendförderplan der Stadt Dortmund (NRW) aus, so der Stadt Hilden (NRW). Die Stadt Ibbenbüren (NRW) hat für die Erstellung ihres Jugendförderplans eine Sozialraum und Lebensweltstudie durchgeführt. Und so hat Ibbenbüren seinen Beteiligungsprozess gestaltet.