Ein Jugendfördergesetz für Berlin – Beteiligung junger Menschen sichern

Auf Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses gibt es bis Ende 2018 zum ersten Mal ein Berliner Jugendfördergesetz. Zukünftig soll dadurch die Grundlage für eine bedarfsgerechte Planung und Finanzierung in der Kinder- und Jugendarbeit gesichert werden. Wie Du Dich daran beteiligen kannst erfähst Du hier:

Was ist ein Jugendfördergesetz?
Ein Jugendfördergesetz regelt wie die Vorgaben im § 11 SGB VIII Jugendarbeit (hier der Gesetzestext) erfüllt werden sollen. Dabei geht es um konkrete Angebote für Kinder und Jugendliche für die Freizeit, zur Beratung und zur Beteiligung.

Warum bekommt Berlin ein Jugendfördergesetz?
Kurz gesagt: Berlin ist eine wachsende Stadt. D.h. es gibt auch immer mehr Kinder und Jugendliche hier. Deswegen ist es notwendig, dass es mehr Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. Zum einen braucht man mehr Orte für junge Menschen, zum anderen mehr Fachkräfte und zu guter Letzt soll es eine qualitätsvolle Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche geben. Das kostet Geld und dieses Geld muss bereitgestellt werden. Das alles soll und wird ein Jugendfördergesetz für Berlin ermöglichen.

Den Anstoß gaben verschiedene Verbände im Rahmen der Koalitionsverhandlung 2016: Offener Brief
So lautete der Antrag im Abgeordnetenhaus: Drucksache D18/0246
Das sagte June Tomiak von den Grünen im Abgeordnetenhaus im April 2017 dazu.

Was geschah bisher?
Seit letztem Jahr arbeiten verschiedene Expert/innen an diesem neuen Gesetz. Außerdem wurde eine Befragung von jungen Menschen zur Kinder und Jugendarbeit in 2017 durchgeführt. Diese Befragung lief parallel zur U18-Wahl. Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere daran. Einen Zwischenbericht könnt ihr hier nachlesen.

Und worum geht es jetzt?
Im nächsten Schritt sind jetzt junge Menschen im Alter von 14-24 Jahren eingeladen, sich zu beteiligen. Ein Baustein des zukünftigen Jugendfördergesetzes sind die Kinder- und Jugendförderpläne. An der Entstehung dieser Kinder- und Jugendförderplänen sollen junge Menschen ebenfalls mitwirken und sicherstellen, dass die Berliner Kinder- und Jugendarbeit im Interesse junger Berliner Menschen weiterentwickelt und die Meinung von Kindern und Jugendlichen dabei berücksichtigt wird.

Was ist/sind ein Jugendförderplan/Jugendförderpläne?
Jugendförderpläne schreiben für eine bestimmten Zeitraum vor, was eine Stadt wie tun muss, damit Kinder und Jugendliche ihr Freizeit gestalten, zur Beratung gehen und sich beteiligen können. Es ist eine Art Masterplan, der dafür sorgt, dass es Orte für junge Menschen gibt, ausreichend Fachkräfte da sind und der eine qualitätsvolle Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche garantiert.

Auch Beteiligung junger Menschen muss und soll im Kinder- und Jugendförderplan großgeschrieben werden. Nur wie soll die Beteiligung aussehen? Auf was muss geachtet werden, dass sie funktioniert? Eure Ideen und Erfahrungen sind notwendig!

Beispiele aus anderen Städten
Das ist die Grundlage für die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (NRW): Kinder- und Jugendförderungsgesetz NRW Und das schreibt Nordrhein-Westfalen zum Thema Jugendförderpläne vor: § 9 Kinder- und Jugendförderplan des Landes und § 6 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

So sieht der Jugendförderplan der Stadt Dortmund (NRW) aus, so der Stadt Hilden (NRW). Die Stadt Ibbenbüren (NRW) hat für die Erstellung ihres Jugendförderplans eine Sozialraum und Lebensweltstudie durchgeführt.

Wie kannst Du dich an diesem Projekt beteiligen?
Wenn Du zwischen 14 und 24 Jahre alt bist, gibt es für dich vier Möglichkeiten dich zu beteiligen, siehe unten. Du kannst gerne zu allen vier Veranstaltungen kommen, musst Du aber nicht ;-)

Das Auftakttreffen:
Erfahrt Hintergrundinfos, die konkrete Arbeitsplanung & lernt junge Menschen kennen, die zum Jugendfördergesetz und Jugendbeteiligungen aus Erfahrungen sprechen.

Wann?    Samstag, den 24.02.2018 von 11:00 bis 15:00 Uhr
Wo?         im BVV Saal Rathaus Mitte, Karl-Marx-Allee  31, 10178 Berlin
Die Teilnahme ist kostenlos. Getränke & Snacks sind vor Ort. Hier geht es zur Anmeldung.

Zwei Runde Tische zum Austauschen und Erarbeiten von Beteiligungsideen für Berlin:
Wie soll die Beteiligung aussehen? Auf was muss geachtet werden, dass Jugendbeteiligung funktioniert? Bringt eure Ideen und Erfahrungen ein!
Man kann an einem oder auch an beiden Terminen teilnehmen:

1. Termin:   3. März 2018 von 11:00 – 15:00 Uhr im BVV Saal Rathaus Mitte, Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin
2. Termin: 10. März 2018 von 11:00 – 15:00 Uhr bei Stiftung SPI – Flucht nach vorn, Oderbruchstraße 10, 10369 Berlin

Die Abschlussveranstaltung
mit Übergabe der Ergebnisse an die Senatsverwaltung für Jugend
Termin: 17.03.2018 von 11:00 bis 15:00 Uhr im BVV-Saal
Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin